Archive for Gesundheit und Ernährung

Ernährung und Ernährungsprobleme der Siamkatze

Im großen und ganzen unterscheidet sich die Ernährung der Siamkatze nicht von der anderer Katze. Es erweckt den Anschein, dass Siamesen etwas anfälliger sind als andere Rassen. Dabei handelt es sich aber um eine subjektive Einschätzung, eine offizielle Studie dazu gibt es nicht.

Bei der Ernährung Ihrer Katze haben Sie die Wahl zwischen von Ihnen selbst zubereiteten Kost und einer im Handel erhältlichen, industriellen Vollnahrung.

Eine ausgewogenen Kost daheim zuzubereiten macht viel Arbeit und birgt das Risiko der Unausgewogenheit, wenn sie nämlich nicht alle Nährstoffe in den erforderlichen Mengen enthält, die Ihre Katze braucht. Der Vorteil ist, dass man selbst die Kontrolle über die Inhaltsstoffe hat.

Eine hochwertige „industrielle“ Vollnahrung hat den Vorzug, dass sie garantiert alle Nährstoffe enthält, die Ihre Katze benötigt. Die meisten Sorten sind schmackhaft für die Katzen und man hat eine große Auswahl.
Die in Dosen oder Schalen verpackte Feuchtnahrung enthält im Schnitt 80% Wasser. Zur Deckung des Nahrungsbedarfs einer 4 kg schweren Katze benötigt man ca. 200 g pro Tag.

Trockennahrung enthält in der Regel nur zwischen 8 und 10% Wasser. Eine hochwertige Vollnahrung enthält alle wichtigen Nährstoffe, die die Katze braucht (Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine). Eine Katze mit 4 kg Gewicht benötigt lediglich 60g täglich.

Trockennahrung verdirbt nicht im Fressnapf. Daher ist sie hervorragend für die freie Fütterung der Katze geeignet, bei der die Katze immer Futter zur Verfügung hat. Um einer Erkrankungen der Harnwege (Blasenentzündung, Harnsteine) vorzubeugen, sollten generell nur Premium Trockenfutter gereicht werden, die diesem Problem versuchen durch eine perfekte Zusammensetzung entgegenzuwirken. Wichtige Faktoren zur Vorbeugung von Harnsteinen sind eine hohe Verdaulichkeit und eine hohe Energiedichte des Trockenfutters. Der Magnesiumgehalt sollte unter 20 mg/100kcal liegen, darf aber zu Vermeidung von Mangelschäden nicht zu stark reduziert werden. Zur weiteren Vorbeugung von Harngries die sollte der PH-Wert des Katzenurins mit 6,4 deutlich im niedrigen Bereich liegt.

Eine reine Fütterung mit Trockenfutter sollte trotzdem vermieden werden, da die Katze von Natur aus dazu neigt, wenig Wasser zu trinken. Und die Gabe von Trockenfutter setzt vor raus, dass die Katze ausreichend Wasser aufnimmt. Viele Siamkatzen tun das nicht!

Regelmäßige Gaben von grob geschnittenem Frischfleisch (Rind oder Geflügel) beugt der Erkrankung von Zähnen und Zahnfleisch vor, zu der es bei reiner Fertigfutterernährung häufig kommt. Denn eine Katze muss richtig kauen, um Zähne und Zahnfleich zu reinigen und zu massieren. Auch Trockenfutter wird kaum gekaut, maximal zügig zerbissen, von vielen Katzen einfach am Stück geschluckt und erfüllt diese Funktion nicht, auch wenn es oft so dargestellt wird.

Ernährungsprobleme

Verstopfung

So schaffen Sie Erleichterung

– von Dr. med. vet. Thomas Görblich –

Katzen entziehen Ihrer Nahrung viel Wasser – und leiden daher gelegentlich unter Verstopfung. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie vorbeugen.

Die meisten Katzen sind harten Stuhl gewöhnt: Die Natur hat sie mit einem speziellen Mechanismus versehen, der es ihnen erlaubt, auch in trockenen Regionen zu überleben: Unter anderem können sie Wasser sparen, indem sie den Flüssigkeitsveriust über den Kot gering halten. Meist bleibt dies folgenlos für das Tier – es scheidet den Kot wie gewöhnlich aus, nur daß er eben etwas fester ist. Manchen Katzen macht harter Kot jedoch sehr zu schaffen. Sie klagen lautstark auf der Toilette und plagen sich sichtlich, bis sie endlich erlöst sind. In diesen Fällen sollten Sie als Besitzer ein wenig Abhilfe schaffen, denn dauerhafte Verstopfung kann zu Gesundheitsschäden führen und beispielsweise den Enddarm stark erweitern.

Im Prinzip lässt sich zu harter Stuhl durch zwei Möglichkeiten beeinflussen: Zum einen kann die Verweildauer des Kotes irn Enddarm gesenkt werden, denn dann bleibt dem Körper weniger Zeit, Wasser zu entziehen, und der Kot wird weicher. Zum anderen kann die Wasserbindung des Darminhaltes beinflußt werden, so daß ebenfalls mehr Feuchtigkeit enthalten und der Kot damit weicher ist.

Rohfaser und Kohlenhydrate

Bei den meisten Maßnahmen zum Weichhalten des Kotes werden beide Möglichkeiten genutzt: die Verweildauer und sie Wasserbindung des Kotes, allerdings in unterschiedlichem Maß. Der einfachste Weg ist zunächst, auf ein rohfaserreicheres Futter auszuweichen. Die Rohfaser sorgt für ein größeres Kotvolumen und damit für eine schnellere Passage. Einige tierärztliche Diätfuttermittel enthalten entsprechend mehr Rohfaser, meist, um eine Gewichtsreduktion zu fördern (Light-Produkte). Dabei sollte man aber, besonders bei Katzen, die nicht übergewichtig sind, sehr genau darauf achten, daß die Katze durch den verringerten Energiegehalt nicht an Gewicht verliert. Gelegentlich verschmähen Katzen Diätkost, wenn sie zu viel Rohfaser enthält.
Dies läßt sich durch die Gabe von herkömmlichen Kohlenhydraten umgehen, die Katzen nur sehr schlecht auf- schließen können. Dazu zählt z.B. Milchzucker (Lactose), auch in Form von Trinkmilch, die mit Wasser 1:1 gemischt werden kann, oder Lactulose, die in der Apotheke als Sirup erhältlich ist. Bei manchen Tieren kann dies jedoch sehr stark wirken, sodaß man sich langsam an die erforderliche Dosis herantasten sollte. Daß Derartiges niemals bei einem akuten Verstopfungsfall gegeben werden darf, da sich sonst die Symptome noch verschlim- mern, versteht sich von selbst.

Die Suche nach möglichen Ursachen

Eine weitere Kohlenhydratquelle, die bei Katzen mäßig abführend wirkt, ist rohe Kartoffelstärke (z.B. von Südstärke, Schrobenhausen). Diese läßt sich gut unter Feuchtfutter mischen und kann von der Katze zum Teil verdaut werden, wobei der unverdaute Rest dann den Kot schonend weich hält.

Andere Möglichkeiten sind Leinsamen, Kürbis in Dosen oder etwas Speiseöl im Futter, was aber nicht alle Katze akzeptieren. Ähnliches gilt für Kleie oder kleiehaltige Getreideflocken, die gegen leichte Verstopfung wirken. Vielfach haben sich Probleme mit hartem Kot auch dadurch lösen lassen, dass Katzengras als Rohfaserquelle zur freien Aufnahme zur Verfügung stand.

Hinweise auf eine mögliche Ursache der Verstopfung können sich auch aus der Umgebung der Katze ergeben: Hat sie Probleme mit dem Kistchen? Steht es ungeschützt? Ist das Katzenstreu ungeeignet? Ist es schwer erreichbar?

Hilfe durch alternative Heilmethoden

Sehr wichtig bei allen chronischen und hartnäckigen Kotabsatzbeschwerden ist eine gründliche tierärztliche Untersuchung. Gibt es Hindernisse, die die Darmpassage einengen? Ist die Nervenversorgung des Darmes gestört? Liegt eine alte Beckenverletzung vor?

Natürlich hält auch die homöopathische Medizin einige Tips parat: An häufig eingesetzten Mitteln haben sich Lachesis D12 oder Lycopodium D12, Sulfur D30 oder Nux vomica D6 bewährt, am besten zusammen mit den beschriebenen Fütterungsmaßnahmen.
Bei sehr hartem Stuhl, dem paradoxerweise auch wässrige Anteile beigemengt sind, kann man Sulfur D6 geben, bei einem Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall bietet sich Pulsatilla D6 an.

Bei manchen Patienten kann auch eine Akupunkturbehandlung Abhilfe schaffen, insbesondere, wenn schmerzhafte Zustände an den Kotabsatzbeschwerden beteiligt sind.

(aus: Geliebte Katze 7/2000, http://www.geliebte-katze.de/)


Erbrechen und Durchfall bei der Katze

Erbrechen

Allgemeinerkrankungen, die zu Erbrechen führen können

Nierenerkrankungen

Erbrechen als Folge einer Nierenerkrankungen wird sehr häufig bei alten Katzen diagnostiziert. Neben Abmagerung, schlechtem Appetit und einem starken Maulgeruch fällt den Katzenbesitzer/innen oft auf, dass die Katze mehr trinkt und viel Harn absetzen muss. Da die angeschlagenen Nieren viele körpereigene Gifte nicht mehr im Harn ausscheiden können, kommt es zu einer Vergiftung des Körpers und zu Übelkeit. Da die Nieren auch ein wichtiges Hormon produzieren, das für die Blutbildung verantwortlich ist, haben solche Patienten auch zu wenig rote Blutkörperchen (Anämie). In einem fortgeschrittenen Stadium haben Katzen mit Nierenerkrankungen daher auch blasse Schleimhäute (Augenschleimhaut, Maulschleimhaut). Die Diagnose wird anhand einer Blut- und Urinuntersuchung gestellt. Als Therapie werden oft Infusionen gegeben, um die giftigen Stoffe über die Nieren auszuschwemmen. Durch Verfütterung einer Diät mit niedrigem Eiweissgehalt bilden sich im Körper weniger Giftstoffe, wodurch die Niere entlastet wird. Bei schwerer Blutarmut kann mit Injektionen des fehlenden Hormons (Erythropoetin) die Bildung der roten Blutkörperchen angeregt werden, was die Lebensqualität von nierenkranken Katzen in manchen Fällen sehr positiv beeinflussen kann. Auch Medikamente, die den oft gleichzeitig vorhandenen hohen Blutdruck bei diesen Patienten herabsetzen können, werden bei nierenkranken Katzen immer häufiger verschrieben.

Überfunktion der Schilddrüsen (Hyperthyreose)

Die Überfunktion der Schilddrüsen ist ebenfalls eine Erkrankung, die bei älteren Katzen diagnostiziert wird (ab etwa 8 Jahren). Bei den meisten Patienten fällt ein Gewichtsverlust auf. Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr vielfältig, und abgesehen von Gewichtsverlust können Erbrechen, vermehrter Durst, Durchfall, struppiges Haarkleid und Wesensveränderungen festgestellt werden. Ständiges Miauen, Unruhe und ein ängstlicher Gesichtsausdruck beherrschen manchmal das Krankheitsbild. Die Diagnose dieser gut behandelbaren Erkrankung ist oft schwierig, da häufig nur ein einzelnes der oben aufgeführten Symptome ausgeprägt ist.Erschwerend ist zudem, dass bei einer beträchtlichen Anzahl der Patienten gleichzeitig eine Nierenunterfunktion besteht, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen kann. Oft findet die Tierärztin oder der Tierarzt bei der klinischen Untersuchung eine vergrösserte Schilddrüse, eine endgültige Diagnose kann aber nur mit der Bestimmung des Schilddrüsenhormons gemacht werden (Überfunktion = erhöhtes Schilddrüsenhormon im Blut). Die Therapie kann chirurgisch (Entfernung der Schilddrüse) oder mit Medikamenten durchgeführt werden. Falls keine anderen schwer wiegenden Krankheiten bestehen, ist die Prognose für diese Patienten sehr gut.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Die Zuckerkrankheit (diabetes mellitus) führt in fortgeschrittenem Stadium ebenfalls zu Erbrechen. Meistens haben solche Katzen viel Gewicht verloren und trinken sehr viel. Beim Vorstellen in der Tierarztpraxis sind sie oft stark ausgetrocknet, da viel Körperflüssigkeit durch Urinieren und Erbrechen verloren ging. Gar nicht so selten werden diabetische Katzen in einem desolaten Zustand vorgestellt. Solche Patienten zeigen oft einen typischen „süsslichen“ Maulgeruch, sind kaum mehr ansprechbar und haben oft Untertemperatur. Oft sind bei diesen Katzen auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen, wie Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse. Die Therapie ist sehr aufwändig und besteht in der Gabe von viel Flüssigkeit durch eine Infusion ins Blut und von kleinen Mengen Insulin, um den Blutzuckerspiegel allmählich auf normale Werte zu bringen. Meistens müssen solche Patienten lebenslang zweimal täglich mit Insulin behandelt werden, was für die Katzenbesitzer/innen eine grosse Belastung sein kann. Die meisten Katzen gewöhnen sich relativ schnell an diese täglichen Insulingaben unter die Haut. Mit regelmässigen Blutzuckerkontrollen in der Tierarztpraxis oder durch die Besitzer/innen wird für jede Katze eine individuelle Insulindosis ermittelt.

Durchfall

Neben Erbrechen ist der Durchfall ein sehr häufiges Problem, mit dem Katzenbesitzer/innen und Tierärzte konfrontiert werden. Wann sollte eine Katze mit Durchfall der Tierärztin oder dem Tierarzt vorgestellt werden? Als grobe Richtlinie kann ich folgende Empfehlungen geben: nach 2-3-tägigem Durchfall, falls keine Allgemeinstörungen vorliegen und der Durchfall trotz Futterentzug für 24 Stunden nicht gestoppt werden konnte. Bei Durchfall mit Allgemeinstörungen sollte unverzüglich eine Tierarztpraxis aufgesucht werden, da grössere Flüssigkeitsverluste recht schnell zum Tod der Katze führen können.

Häufige Ursachen, die bei Katzen zu Durchfall führen können

Katzenseuche

Die Katzenseuche wir durch ein Virus verursacht, dass sich in der Darmschleimhaut vermehrt und diese vollständig zerstören kann. Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall mit grossen Wasserverlusten sind die Folge. Dank den guten Impfungen, die uns heute zur Verfügung stehen, kann diese an sich tödlich verlaufende Durchfallerkrankung heute vermieden werden.

Darmparasiten

Bei nicht entwurmten Jungkatzen spielen Darmparasiten als Durchfallerreger eine grosse Rolle. Durch regelmässige Entwurmungen kann dieses Problem heute vermieden werden. Dabei sollten die Muttertiere vor der Geburt und die Katzenwelpen kurz nach der Geburt zum ersten Mal entwurmt werden.

Entzündliche Darmerkrankungen

Bei erwachsenen Katzen spielen die entzündlichen Darmerkrankungen eine grosse Rolle (siehe auch unter Erbrechen). Der Darm dieser Katzen ist oft durch die Anwesenheit bestimmter Enzündungszellen in der Darmwand verdickt und die Nährstoffe können nicht mehr genügend vom Körper aufgenommen werden. Leider ist die Ursache nicht bekannt, aber Futtermittelallergien scheinen in vielen Fällen eine Rolle zu spielen. Oft werden daher neben Medikamenten, welche die Entzündung im Darm unterdrücken, auch spezielle Futtermittel verschrieben, die einerseits leicht verdaulich sind, anderseits auch Eiweisse enthalten, die bei der betroffenen Katzen keine Allergien auslösen können. Zur Bestätigung der Diagnose oder bei Nichtansprechen auf die Therapie können eine Darmspiegelung oder ein chirurgischer Eingriff Klarheit verschaffen.

Dickdarmentzündungen

Dickdarmentzündungen kommen bei Perserkatzen häufig vor. Im Gegensatz zu Problemen im Dünndarm zeigen solche Katzen oft auch Spuren von frischem Blut oder Schleim im Kot. Im typischen Fall wird der Kot in kleinen Portionen mehrmals täglich abgesetzt (Kotdrang). Oft sind die Besitzer/innen wegen den Blutspuren auf dem Kot äusserst beunruhigt. Im Gegensatz zum Menschen ist Dickdarmkrebs bei Katzen aber selten! Die Therapie besteht in Diäten, der Gabe von Medikamenten, eventuell auch Rohfaserzusatz zum Futter.

Entzündungen des Magens und / oder des Darms

Jungtiere sollten regelmässig mit einem guten Wurmmittel behandelt werden, da Würmer zu Entzündungen des Magen-Darm-Trakts und in der Folge zu Erbrechen führen können. Aber auch die Aufnahme von gewissen Zimmerpflanzen kann zu schweren Entzündungen der Magenschleimhaut und zu starkem Erbrechen führen. Am bekanntesten ist Diffenbachia, die neben allgemeinen Vergiftungssymptomen zu schweren Entzündungen im Magen-Darm-Trakt führt.

Am weitaus wichtigsten ist die Besiedlung des Magens und oder Darms mit bestimmten Entzündungszellen. Die Ursache dafür ist bis heute leider nicht genau bekannt. Es werden Futtermittelallergien, Bakterien oder Entgleisungen des Immunsystems diskutiert. Diese entzündlichen Darmerkrankungen kommen bei Katzen in jedem Alter vor. Die Symptome sind sehr variabel. Die Katzen können sporadisch erbrechen oder täglich mehrmals und dabei viel Gewicht verlieren. Eventuell kann die Tierärztin oder der Tierarzt bei der klinischen Untersuchung verdickte Darmschlingen ertasten.

Bei älteren Katzen mit Allgemeinsymptomen müssen auch andere Diagnosen in Betracht gezogen werden, die Erbrechen zur Folge haben können. Daher führt man bei diesen Patienten oft Blutuntersuchungen durch (Nierenwerte, Zucker, Schilddrüsenwerte), Röntgen- und/oder Ultraschalluntersuchungen sowie unter Umständen eine Magen-Darm-Spiegelung. Die Behandlung besteht in der Gabe einer leicht verdaulichen Diät und bestimmter Medikamente, die der Entzündung im Magen-Darm-Bereich entgegenwirken können.

Verschluss des Magenausgangs oder Darms durch Fremdkörper oder Darmkrebs

Ein Verschluss des Magenausgangs ist meist auf einen Fremdkörper oder Haarballen (Trichobezoar) zurückzuführen. Vor allem bei Langhaarkatzen werden Haarballen festgestellt. Öfteres Kämmen und/oder eine prophylaktische Behandlung mit einer Vaselinehaltigen Paste kann diesem Problem vorbeugen. Ob jedoch Haarballen eine wichtige Ursache für das Erbrechen bei Katzen sind, ist sehr umstritten. Meiner Meinung nach werden Trichobezoare als Grundursache von Erbrechen bei der Katze überbewertet. Sehr oft findet man nämlich bei der Magenspiegelung (Endoskopie) von Katzen mit Haarballen schwere Magenentzündungen, die kaum im direkten Zusammenhang mit den Haarballen stehen.

Erbrechen durch Fremdkörper tritt bei gesunden Katzen plötzlich auf, und in den meisten Fällen haben die Katzenbesitzer/innen die Aufnahme des Fremdkörpers nicht beobachtet, was die Diagnose erschweren kann. Im Gegensatz zum Hund werden bei der Katze oft so genannte lineare Fremdkörper wie Schnüre und Fäden beobachtet. In der Weihnachtszeit sind Silberfäden vom Weihnachtsbaum oft die Ursache des Erbrechens. Wenn eine Katze einen fadenähnlichen Fremdkörper frisst, kann sich der Darm wie eine Handorgel um den Faden legen und so zu einem Darmverschluss führen. In einigen Fällen ist das eine Fadenende unter der Zunge fixiert. Ein rasches Aufsuchen der Tierarztpraxis ist wichtig, da solche Fremdkörper einen Sägeeffekt haben, den Darm durchschneiden können und das Austreten von Darminhalt in den Bauch zu einer Bauchfellentzündung führen kann. Eine Röntgenuntersuchung des Bauches kann den klinischen Verdacht erhärten. Die Therapie besteht in der operativen Entfernung des Fremdkörpers.

Bei älteren Katzen können Darmtumore (Darmkrebs) oder andere Krebsgeschwülste im Bauchraum einen Darm von innen oder aussen verschliessen. Die Therapie und Prognose ist stark von der Art des Tumors (Krebsgeschwulst) abhängig. Bei Siamkatzen werden Darmtumore recht häufig diagnostiziert. Es kommt meist zu einem ringförmigen Verschluss des Darms. Trotz Bösartigkeit dieser Krebsgeschwulst kann eine operative Entfernung des befallenen Darmstücks für einige Monate bis mehr als ein Jahr zu Beschwerdefreiheit führen.

Dieser Artikel ist erschienen im „Katzen Magazin“ Ausgaben 6 / 1999 und 1 / 2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. Schweiz-044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Pierre Arnold

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Wollfressen oder Pica bei Siamkatzen

Bei einem Kater aus meiner Zucht und bei einem Jungtier aus der Zucht einer Freundin tritt Wollfressen oder Pica auf.
Ich selber hatte in den letzten Jahren diese Problem nicht mehr bei meinen Katzen, es scheint durch die originalen englischen Linien wieder verstärkt zu werden. Denn mein erster Kater der ein ganz schrecklicher Wollfresser war, war Deir el Bari von Yungaya, ein Siamkater in blue-point und ein Sohn von Sontew Solomon, einem englischen chocolate-point. Deir el Bari, genannt Pepe, hat uns die Gardinen von den Fenstern gefressen!!! Von Kissen, Decken, Katzenkörbchen, Pullovern und Socken gar nicht zu reden. Den Höhepunkt der dieses Thema betrifft haben mir damals Bekannte erzählt. Sie hatten einen Kater, der dem Mann des Paares beim Mittagsschlaf ein faustgroßes Loch in den Pullover gefressen hat………….während er dabei seelig auf der Brust lag und der Mann den Pulli an hatte!! (Alles Anfang der 1980er Jahre passiert).

Pepe hatte einen schweren Darmverschluss, der dadurch hervorgerufen wurde, dass er eine Sockenschublade geöffnet hat und die Socken gefressen hat. Zum Glück konnte mit einer schweren OP sein Leben gerettet werden, auf seine Vorliebe hatte das aber auch keinen Einfluss!
In den letzen Jahren hört man zum Glück kaum noch etwas über dieses Thema und ich hoffe, dass es auch nicht verstärkt wieder auftritt.
Weil aber ein hoher Leidensdruck bei den Besitzern dieser Tiere vorhanden ist, denn man fühlt sich in der eigenen Wohnung nicht mehr daheim, wenn mal alles wegräumen muss, was an Gemütlichkeit erinnert………….und auch die Angst, vor einem Darmverschluss bei der Katze, die ständig als Damoklesschwert über dem Besitzer hängt, habe ich hier viel zu diesem Thema zusammengetragen.
Vorwegschicken möchte ich aber noch, dass es sich bei dem Kater aus meiner Zucht um eine Katze mit Freigang und der regelmäßig genutzten Möglichkeit zum Mausen handelt, dass er Gesellschaft von 2 anderen Katzen hat und eine Besitzerin, die mehr als ausreichend Zeit für ihre Tiere hat. Er wird erstklassig ernährt und kann sich auch draussen Gras und alles holen. Das spricht, ebenso wie meine eigenen Erfahrungen und die anderer Siamkatzenhalter ganz klar gegen die als Erklärung oft vermutete Langeweile oder Mangelerscheinungen.
Siamkatze beim Stofffressen

Was kann man tun? Hier ein paar Lösungsversuche:

– der Katze den Zugang zu den bevorzugten Stoffen vorenthalten

– der Katze etwas zu kauen anbieten, z.B. knorpelige Knochen

– Verfüttern eines Produktes, das Lanolin enthält

– Verabreichen eines Schilddrüsenhormons

– eine Aversion der Katze gegen ein Deo oder Parfüm konditionieren, indem man es ein paar mal kurz vor ihrem Gesicht versprüht. Hat die Katze eine starke Abneigung gegen den Geruch erworben, sollte man die bevorzugten Stoffe damit besprühen.

Weitere Artikel aus dem Internet:

Wenn Katzen einen Woll-Tick haben…
Wege aus der Leidenschaft: nuckeln und saugen abgewöhnen

Im Fachjargon Pica genannt, krankhaftes fressen, saugen und nuckeln von/an Stoffen aller Art, besonders Wolle aber auch Gummibändern, Kunstfasern und sogar Pappe

Schädlich für Zähne und Katzenmaul, schluckt die Katze zu viel Wolle, sammeln sich die Wollfasern und es wird ihr unmöglich diese Klumpen auszuscheiden und ein chirurgischer Eingriff des Tierarztes wird nötig!

Besonders häufig tritt diese Verhaltensstörung bei Siam- und Burma-Katzen sowie deren Cross-Züchtungen auf. Möglicherweise liegt bei diesen Rassen für das Wolle-Fressen eine genetische Disposition (Erklärung 1) vor, das heißt, ihnen wird diese „Unart“ evt. angeboren. Es kann aber auch bei allen anderen Rassen auftreten.

Erklärung 2: ungerichteter Saugreflex: Fast immer beginnen die Katzen im Alter von 2-8 Monaten mit dem nuckeln. Besonders bei Katzen, die zu früh von der Mutter getrennt wurden bzw. ohne Mutter aufwachsen mussten.

Erklärung 3: ungenügende Beschäftigung und Langeweile, Einsamkeit

Erklärung 4: Es liegt ein Fehler in der Ernährung vor. Da unsere Wohnungskatzen ihre Beute nicht fangen und mit Haut und Haaren verschlingen können, mangelt es einigen scheinbar an Ballaststoffen, und eben diese versuchen sie sich durch Wolle-Fressen zu beschaffen. Bei Katzen die ausschließlich mit Feuchtfutter gefüttert werden, kann das Anbieten von zusätzlichem Trockenfutter (Trinken!) Abhilfe schaffen. Geholfen hat in vielen Fällen auch die Erhöhung des Fasergehalts im Futter für einige Zeit.
Z.B. indem man dem Futter etwas Kleie oder Gemüse zufügt. Anfangs mit wenig gehacktem Gemüse versuchen, langsam die Menge steigern. Testen welche Sorte der Katze am Besten schmeckt.
Niemals das Katzengras ausgehen lassen, am Besten eine Mini-Wiese ziehen mit Katzenminze, gekeimten Roggen, Weizen, Hafer und Schnittlauch. Zum Kauen zähe Fleischbrocken anbieten!

Erklärung 5: Ebenso können ungerichtetes Jagd- oder Beutefangverhalten der Grund sein.

Katzen sind Individualisten. Jede hat ihre besonderen Vorlieben und Abneigungen. Eine richtige Heilung ist nicht möglich. Doch es gibt Wege aus diesem zwanghaften Verhalten, auch wenn den für sein Tier richtigen nur der Besitzer selbst herausfinden kann.

Lösungsansätze:

– Sämtliche Woll-und Kleidungsstücke sicher in Kästen verpacken. Manchmal hören Katzen von selbst auf, wenn sie über einen längeren Zeitraum keine Wolle mehr zu Gesicht bekamen. Die meisten Katzen sind aber hartnäckiger.
– Der Wasserspritzer: Wenn die Katze auf frischer Tat ertappt wird, ist ein Wasserspritzer aus einer Blumenspritze oder Wasserpistole oft hilfreich.
– Fernhalten: Unterbinden Sie die Kauerei, indem Sie die Katze jedesmal und immer wieder von dem betreffenden Kleidungsstück wegheben.
– Verleiden: Wolldecken mit speziellem im Fachhandel erhältlichen Fernhaltespray oder Eukalyptusöl bzw. Menthol präparieren. Wäsche mit Mitteln durchspülen die der Katze zuwider sind, etwa Essig oder Zitronensaft. Möbelbezüge und Gardinen: Tabasco-Sauce, Pfeffer, Chili-Pulver, Parfum, Deo,…ausprobieren, die Katze darf es aber nicht ablecken!

Zu später Tadel schadet nur: Wenn die Löcher bereits in dem Kleidungsstück sind, ist es für schimpfen und tadeln schon zu spät. Dann niemals zur Wasserpistole greifen, sondern NUR wenn sie auf frischer Tat ertappt wird! Andernfalls wüsste sie nicht, für was sie bestraft wird, der Zusammenhang ist für die Katze nicht mehr erkennbar!

Aus Tierklinik.de:

Eine weitere Eigenart von einigen Rassekatzen (Siamkatzen und Burmakatzen) ist der Verzehr von für die Ernährung ungeeineten Stoffen wie Wolle und Seide. Die Ursache hierfür ist unbekannt und wird als „Pica“ bezeichnet.

Aus Westdeutsche Zeitung (WZ) Ratgeber:

Einige Katzen kauen jedoch nicht nur an Gegenständen, sie fressen sie regelrecht. Das regelmäßige Saugen, Kauen und Fressen von bestimmten Gegenständen, die nicht zum normalen Speiseplan der Katze gehören, wird als „Pica“ bezeichnet. In schlimmen Fällen muss der Stoff sogar durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Das Fressen von Wolle ist besonders bei Siam- und Burmakatzen häufiger zu beobachten. In manchen Fällen werden sogar Baumwoll- und Synthetiktextilien gekaut und heruntergeschluckt. Dies sind meist herumliegende Pullover, Schals, Strümpfe oder Küchenhandtücher.

Die Gründe für dieses Verhalten können u.a. genetische Faktoren oder ein umgerichtetes Saugverhalten sein, das sich durch zu frühes Absetzen von der Mutter äußert. Auch Katzen, die gelangweilt sind oder ihren Jagdtrieb nur ungenügend ausleben können, neigen manchmal dazu, Wolle zu fressen. Dies betrifft vor allem Wohnungskatzen, die den ganzen Tag alleine sind. Auch die Ernährung kann eine Rolle spielen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Katze vom Wollefressen abzuhalten. Welche der Katze hilft, muss am besten ein Verhaltenstherapeut individuell herausfinden. Eine Möglichkeit wäre das Präparieren eines Stoffstückes mit einer für die Katze schlecht schmeckenden Substanz. Ist das Fressen von Textilien eine Folge mangelnder Jagdmöglichkeiten, sollte man der Katze mehr Freigang ermöglichen. Auch eine gezielte Therapie kann bei „Pica“ Abhilfe schaffen.

Aus „pfotenundfell“:

Wenn Katzen Plastik fressen

abgelegt im Archiv Tiergesundheit und Ernährung, Tierverhalten
von Gabriele Müller am 28.05.07

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Vor Kurzem hat sich hier unsere Mitbloggerein Patricia Drewes vom Lycos-Tierweltenblog ja gefragt, ob nur ihre Katze so seltsame Ernährungsvorlieben hat. Tatsächlich kommen in der tierpsychologischen Praxis immer mal wieder Fälle vor, in denen Katzen an höchst ungewöhnlichen Gegenständen lecken oder nagen, zum Beispiel an Plastiktüten oder anderen Kunststoffgegenständen.

Diskutiert wird, dass die Weichmacher im Kunststoff einen besonderen Reiz auf Katzen ausüben und zum Festmahl einladen – nicht wenige Samtpfoten haben alle Sorten von Kabeln zum Fressen gern. Wenn sich der Hunger auf Holz oder Asche richtet, sollte in jedem Fall die Ernährung überprüft und der Tierarzt eingeschaltet werden. Er kann klären, ob keine Mangelerscheinung hinter diesem seltsamen Verhalten steckt. Ohnehin freut sich jede Samtpfote über einen ab und zu angebotenen Knochen oder ein ganzes Stück Fleisch, an dem sich das feline Raubtiergebiss beweisen kann.

Von einem, auf den ersten Blick ähnlichen, wahrscheinlich genetisch bedingtem Phänomen, sind vor allem die Siamesen und deren Verwandte betroffen. Als „Pica-Syndrom“ wird die Lust auf Unverdauliches bezeichnet, die sich vor allem auf Wolle und Stoffe richtet. Tatsächlich hat schon so mancher edle Kaschmirpullover das Zeitliche gesegnet, weil die erfindungsreichen Wollnager bei ihrer Suche kein Pardon kennen und auch vor teuren Stücken keinen Halt machen.

Nun lassen sich Wollpullover wegschließen, aber Kabel? In extremen Fällen hilft nur die anonyme Bestrafung mit der Blumenspritze, sobald die Katze etwas Unerwünschtes annagt. Oder eine „erlernte Abneigung“. Die lässt sich am besten dadurch erreichen, dass der Gegenstand mit einem übelriechenden oder schlecht schmeckenden aber unbedenklichen Mittel eingerieben wird.

Aus „Gesundheitstipps“ von Animonda:

Warum kaut meine Katze an Wollpullis?

Vor allem Siam- und Burmakatzen kauen oder saugen oft an Wolle, eine Verhaltensstörung, die auch als „Pica“ bezeichnet wird. In Einzelfällen können an Stelle von Wolle auch Plastik oder andere zerkaubare Materialien Ziel des Fehlverhaltens sein. Das Problem ist medizinisch relevant, da die Wolle bzw. andere Materialien Verdauungsstörungen bis hin zur Verstopfung hervorrufen können. Zu den möglichen Ursache zählen frühes Absetzen, Langeweile und genetische Faktoren. Zur Abhilfe sollten Sie zunächst die auslösenden Materialien (Pullis, Plastikgegenstände) entfernen. Zusätzlich können Sie versuchen, freien Zugang zu Trockenfutter anzubieten, um das Verhalten umzulenken (nicht bei übergewichtigen Katzen). Zusätzlich kann es helfen, das Futter zu verstecken oder schwer zugänglich zu machen, so dass die Katze intensiver beschäftigt ist. Grundsätzlich sind regelmäßige Jagd- oder Erkundungsspiele gut geeignet, um Katzen von Zwangsverhalten wie Pica und ähnlichem abzulenken.

Our Cats Nr. 03/06 Das Pica Syndrom Teil 1

Our Cats Nr. 03/06 Das Pica Syndrom Teil 2

Aus:“This ist the Siamese Cat von Marge Naples von 1964″

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Aus: “The Siamese Cat Owners Encyclopedia von Mary Dunhill (1974)”

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In „Lycos Tierwelten“ fand ich unter der Beschreibung der Rasse Siamkatze als letztes, hinter anderen Erbfehlern diesen Spruch:

  • Pica-Syndrom (Fressen und nagen von unverdaulichen Stoffen wie Wolle oder Vorhänge)
  • Diese Mängel sollten sich nicht in Zuchten verantwortungsvoller Züchter finden.

Ich habe mich so darüber geärgert, dass ich dort hingeschrieben habe. Denn weder normale Erbfehler, noch das Picasyndrom sind etwas, das ein Züchter ausschließen kann, egal wie sorgfältig er vorgeht. Selbst bei den Menschen, die mittlerweile eine sehr gute medizinische Betreuung und Überwachung haben, lassen sich Gendefekte nicht immer vorhersagen und vermeiden. Ebenso wenig bei irgendeinem anderen Säugetier. So ein Satze kündet von profundem Nichtwissen und totaler Unkenntnis der Genetik und Vererbungslehre und einer extrem hochnäsigen und verlogenen Einstellung. Jeder Züchter kann nur sein bestes Tun, schlimme Erbfehler zu vermeiden, indem er die Tiere, die sich als Vererber erweisen, die Fehler tragen,  aus der Zucht nimmt. Aber keiner kann das Erbgut seiner Tiere kennen und damit jeden Fehler vorhersagen und vermeiden!