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Siamkatzen gestern und heute

Unbestreitbar war und ist eine Siamkatze eine elegante Katze, hochbeiniger und schlanker als eine durchschnittliche Hauskatze. Ebenso unbestreitbar ist allerdings, dass eine Entwicklung im Aussehen stattgefunden hat. Das diese Entwicklung NICHT einem geänderten Standard zuzuschreiben ist, ist dem Artikel über die Siamstandards zu entnehmen.

Bis in die 1960er Jahre sahen die meisten Siamkatzen in etwa so aus:

Siam of Romeo

Siamkatze blue-point

purr pym yum

Vor allem in Deutschland hielt sich dieser Typ sogar bin in die späten 70er Jahre, obwohl man auf Ausstellungen schon die ersten extremeren Tiere sah.

In Amerika war der Typ bereits eleganter, allerdings waren die Augen runder und die Ohren höher gesetzt.

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Typ Deutschland 70er Jahre
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Dann ging die Entwicklung mit großen Schritten weiter. Durch die modernen Medien und Kommunikationsmöglichkeiten, wie Internet etc., sowie die immer preiswerteren Möglichkeiten Länder- und Kontinentsgrenzen zu überwinden, wurde der Typ der Siamkatzen schnell extremer. Dauerte es früher z.T. Jahre, bis ein besonders schöner Deckkater über die Landesgrenze hinaus berühmt wurde (oft erst durch seinen Nachwuchs), so gab es nun die Möglichkeit, Tiere, die den Hoffnungen und Wünschen der Züchter entsprachen, schnell bekannt zu machen. Ein reger Austausch fand statt und die Rasse veränderte sich viel schneller als in den Jahren davor.

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Maytime Landucci (links, Großbritannien, Ende der 70er Jahre)
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Gr.Ch. Chaiross Ariel* {SIA b M} GCCF NS 028056 5 May 1976
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Gr.Ch. Chaiross Sasha* {SIA b M} GCCF CS 356244 7 Nov 1996
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Nun noch ein Einschub der Entwicklung in Amerika:
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Und moderne Showtiere aus den Jahren ab 2005
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Tintally Mafed Esquire
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Gr. Pr. Tianlex Full Monty

Da sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt und zum Glück nicht alle Menschen den selben Geschmack haben (dann wäre die Welt um viele Nuancen ärmer!), gibt es auch heute noch verschiedene Typen der Siamkatze. So ist für jeden Geschmack etwas dabei und jeder kann „Seinen“ Siamesen finden. Denn erstens haben nicht alle Züchter diese Entwicklung mitgemacht und auch heute noch gibt es Züchter, die gemäßigtere Siamkatzen züchten und die Thaikatze, die dem Typ vor 1960 entsprechen soll, ist als neue, eigenständige Rasse entstanden. AberAchtung, wie ich auf der auch entstehenden Thaikatzenseite noch ausführen werde, handelt es sich nicht bei jeder Thaikatze auch tatsächlich um eine Siamkatze!

Wer mehr Fotos zu diesem Thema sehen möchte, kann sie auf den Seiten (rechts in der Leiste zum anklicken) mit den Siamkatzen der verschiedenen Zeiten finden.

So sind sie……………

Was die Siamkatze auszeichnet, ist ihre besondere Anhänglichkeit an „Ihren“ Menschen, ihre Aktivität und die außergewöhnliche Gelehrigkeit und Intelligenz, sowie ihr pflegeleichtes kurzes Fell. Die bekannte „Falschheit“ der Katze sucht man bei ihr vergeblich. Eine gut aufgezogene Siamkatze wird ihren Besitzer nie überraschend kratzen oder beißen! Diese Berechenbarkeit macht sie auch zu so guten Kinder – und Hundekatzen.

Einen Hinweis über eine erfolgreiche Zähmung über lange Zeiträume hinweg kann man bei Tieren über die Möglichkeit einer umfassenden Kommunikation mit und der Neigung zum Menschen finden. Das trifft besonders für die freiheitsliebenden Katzen zu. Keine andere Rasse übertrifft dabei die siamesische in ihrer Fähigkeit mit den Menschen zu kommunizieren und in ihrer Liebe für Menschen. Ob durch ihre Stimme oder durch Körpersprache, die Siamkatze kann sich artikulieren. Wie viel sie redet, hängt davon ab, wie schnell sie ihren Willen bekommt. Zusätzlich neigt ihre Redefreudigkeit dazu umgekehrt proportional zum gewünschten Ende zu sein und sie verlangt immer das letzte Wort zu haben.

Die Siamkatze sucht stets nach menschlicher oder kätzischer Gesellschaft und darf nicht als Einzeltier ganztags alleine im Haus gehalten werden. Berufstätigen Personen sollten daher immer zwei Katzen zu sich nehmen. Sie möchten ein Teil des Leben ihres Menschen sein, da sie fest daran glauben, daß SIE der bester Freund des Menschen sind.

Siamesen sind besonders wärmeliebend, da sie ja eben keine flauschige Unterwolle im Fell haben. Siamkatzen entfernen sich bei freiem Auslauf kaum weit weg vom Haus und bleiben lieber in der Nähe ihres Menschen (Ausnahme sind unkastrierte Kater, die man aber wirklich nicht frei laufen lassen sollte!). Viele Siamesen sind auch vorzügliche Mäuse- und Rattenfänger, bevorzugt „beschenken“ sie Ihre Menschen dann mit dieser Beute, die oft sogar noch lebt. Ach ja, kann Liebe schön sein 😉

Auch als Kletterkünstler sind Siamesen bekannt, kein Baum ist zu hoch, kein Ast zu dünn. Es macht sehr viel Freude, wenn man Siamkatzen in gesichterter Umgebung in der Natur beobachten kann. Im wilden Galopp geht es dann durch den Garten, rauf auf den Baum, runter vom Baum und weiter!

Die darauf folgende Entspannungsphase wird dann wieder bevorzugt auf oder an geliebten Menschen verbracht. Im Notfall tut es aber auch eine schöne warme Heizung ;-).

Wenn Siamjungtiere früh trainiert werden, können diese an ein Katzengeschirr gewöhnt werden. Viele Siamkatzen laufen dann wie Hunde an der Leine. So ein Geschirr ist auch praktisch um die Katze auf Besuch oder auf Reisen mitzunehmen. Auf dem Schoss fahren viele Siamkatzen auch gerne im Auto mit, im Transportkäfig können sie dagegen auch schon mal mehrere Stunden ihre laute Stimme erklingen lassen. Sind 2 Tiere in einer Box, herrscht allerdings meist Ruhe.

Siamkatzen sind bis ins hohe Alter verspielt und agil. Sie apportieren häufig ihr Spielzeug, legen es aber meist nicht dem Menschen vor die Füße, wie ein Hund, sondern legen es direkt auf den Schoss.

Eine Siamkatze zu haben bedeutet, man hat sie auf seinem Schoss, auf seiner Zeitung, in seinem Bett und für immer in seinem Herzen.

Da gleicht keine Katze der Siamkatze!

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